Was ist besser: Bio- oder Weidemilch?

Das ist der Unterschied zwischen Bio-Milch und Weidemilch

Im Supermarkt findet man in der Regel eine große Auswahl an Milch. Diese reicht von Heu-, über- Bio-, Alpen- und Land- bis hin zur Weidemilch. Aber wo liegen hier die Unterschiede und ist Bio-Milch dasselbe wie Weidemilch?

 

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Sorten?

Für die Heu- und Biomilch gelten in Deutschland verbindliche Kriterien, die zwingend eingehalten werden müssen.

So werden die Kühe bei der Heumilch mit frischem Grünlandfutter, Heu und Getreide gefüttert und nicht mit Silage.

Anders wie bei der Heumilch sind die Anforderungen der Biomilch in der EU-Bio-Verordnung geregelt. Hier wird den Kühen neben mehr Bewegungsfreiheit im Stall ebenfalls gentechnisch unverändertes Futter und keine vorbeugenden Medikamente zugesprochen.

Im Gegensatz zur Heumilch und Biomilch sind die Weidemilch, Landmilch und Alpenmilch keine gesetzlich geschützten Begriffe. Anbieter von Milchprodukten nutzen den Begriff gerne, da nicht defininiert ist, ob die gesamte Milch von Weidekühen stammen muss oder es genügt, dass auch nur ein noch so kleiner Teil von Weidekühen stammt. Als Konsument muss man also mehr Informationen einholen. Es sei denn, man wählt auf Milch aus Irland. Denn hier herrscht das Vollweidesystem, bei dem Kühe tatsächlich die meiste Zeit des Jahres auf der Weide stehen und Gras fressen. Das Magazin für Milcherzeuger erklärt es sehr gut:

Die Iren verstehen es, ihre Produktionskosten gering zu halten. Ihr Kostenbewusstsein ist allerdings vorbildlich. Aktuell die liegen die reinen Produktionskosten (Cash-Kosten) bei rund 21 Cent pro Liter Milch. Erreicht wird durch eine Low-Input-Strategie. Diese basiert auf dem Vollweide-System. Ziel ist, die Produktionskosten so niedrig wie möglich zu halten, u.a. durch:

  • zehnmonatige Weidehaltung
  • einen geringen Zukauf von Kraftfutter
  • möglichst wenig Futterkonservierung
  • geringen Arbeitskrafteinsatz (i Mittel werden 21,7 Akh/Kuh benötigt, in Herden mit mehr als 250 Kühen sogar nur 17,5 Akh)
  • die Kosten für Gebäude und Landmaschinen werden so gering wie möglich gehalten

    Ebenso wie bei der Weidemilch gibt es auch bei der Alpen- und Landmilch keine grundsätzliche Kontrolle oder Regelungen. Allerdings gibt es in Niedersachsen das Siegel „Pro Weidemilch“, bei dem die Kühe an mindestens 120 Tagen für sechs Stunden an der Weide im Freien sind.

     

    Wo liegen die Qualitätsunterschiede zur Bio-Milch?

    Jede Biomilch, die du im Supermarkt kaufen kannst, ist nach EU-Öko-Verordnung zertifiziert. Das heißt, sie erfüllt alle Kriterien, um als Bio zu gelten. Hierfür werden die Höfe jährlich kontrolliert. Dabei stehen jedoch nicht die Kühe, sondern eher die Höfe und Bauern im Vordergrund.

    Weidehaltung bei Bio-Milch

    Der Weidegang ist an einigen Bio-Höfen zwar integriert, aber kein verbindlicher Standard. Einige Bio-Kühe erleben keinen einzigen Tag in ihrem Leben einen Weidegang. Denn für die Bio-Zertifizierung reicht traurigerweise lediglich ein Auslauf im Freien aus. Dieser Auslauf im Freien verpflichtet keinesfalls zum Weidegang. Hierfür reicht auch ein Laufhof aus Beton aus. Dies lässt sich aus der EU-Öko-Verordnung zur Rinderhaltung entnehmen. Bio-Milch hat per se mit Weidemilch nichts zu tun.

    Darüber hinaus dürfen Bio-Kühe in einer langen Übergangzeit zu neuen Regelungen weiterhin im Stall am Hals angebunden werden und können sich dadurch nicht einmal auf dem eigenen Platz drehen. Festgehalten ist nur, dass dies kein Dauerzustand sein darf.

     

    So unterscheidet sich die Weidemilch aus Irland

    Das irische System beruht auf dem Vollweide-System. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Irland die Niederschlagsmenge so hoch, dass die Weidehaltung bis zu zehn Monate im Jahr durchgeführt werden kann. Und das wird von den Iren auch genutzt! Denn so halten sie zum einen die Futterkosten durch den geringen Zukauf an Kraftfutter sehr gering, zum anderen benötigen sie durch die Weidehaltung weniger Arbeitseinsatz.

    Weidemilch Siegel

    Die irische Weidemilch vermittelt also genau das Bild, das wir uns gerne vorstellen: Glückliche Kühe auf sattgrünen Weiden im Freien. Genau das unterstützt du mit deinem Kauf von irischer Weidemilch.

    Dafür haben wir unser eigenes Siegel für irische Weidemilch erschaffen.

     

    Gibt die Kuh auf der Weide nun bessere Milch?

    Ja, gibt sie! Es ist bewiesen, dass die Milch von Kühen auf der Weide mit Grünfutter einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren und weniger gesättigte Fettsäuren aufweist.
    Hier ist besonders der Anteil an Omega-3-Fettsäuren bedeutend. Dieser ist bei dem Verzicht von Maisfutter deutlich höher und wird durch die Weidehaltung positiv beeinflusst.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Biomilch zwar qualitativ besser ist als Heumilch, das Siegel aber nicht aussagekräftig ist, ob die Kühe auf der Weide stehen. Legst du darauf Wert, solltest du beim Kauf auf irische Weidemilch setzen.

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