Weidemilch aber bitte aus Irland

Weidemilch ist ein beliebtes Schlagwort mit dem sich immer mehr Milchprodukte schmücken. Weidemilch ist Milch welche von Kühen stammt, die auf der Weide stehen und Gras fressen. Wer im Allgäu oder im Münsterland einmal unterwegs war, der kennt das Bild von grasenden Kühen. Doch werden Kühe in diesen Regionen nicht über das ganze Jahr draußen gehalten. Im Sommer ist das Gras oft verbrannt und im Winter von Schnee bedeckt oder gelb. Und damit fängt das Problem an.

Wie viele Tage müssen Kühe auf der Weide grasen, damit die Milch als Weidemilch gilt?

Dazu gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Es kann auch vorkommen, dass die Kühe draußen stehen aber Getreide zu fressen bekommen, denn höher-kalorisches Futter sorgt für mehr Milch.

Weidehaltung in Deutschland vs. Irland

Irische Weidemilch ist echte Weidemilch.

In Irland kann man sich dagegen sicher sein, dass die Kühe die meiste Zeit im Jahr auf der Weide stehen und Gras fressen. Denn in Irland herrscht das Vollweidesystem, siehe Ökotest. In Irland bestehen zwei große Unterschiede zu Deutschland für die Weidehaltung: 

  • Perfektes Klima: kaum woanders finden sich durch das milde Klima und viel Regen so perfekte Bedingungen für Gras wie in Irland
  • 80% der irischen Agrarfläche sind Weideland. Irland ist auf Weidehaltung spezialisiert wie kaum ein anderes Land.

Während vielerorts auf Kraftfutter gesetzt wird, setzen irische Bauern auf Weidegras als natürliches und günstiges Futtermittel. In der kurzen Stallsaison im Winter wird daher auch hauptsächlich Heu verfüttert.

Irische Bauern - traditionell einfallsreich

Statt mit wenig artgerechtem Kraftfutter und der ganzjährigen Stallhaltung Hochleistung von ihren Kühen abzuverlangen, tun irische Farmer alles dafür, dass sich ihre Kühe so wohl wie möglich fühlen und betreiben eine Wissenschaft um das Züchten von Gras, dem richtigen Zeitpunkt die Herde auf ein neues Stück Weideland zu lassen und vieles mehr.

Anders als in Deutschland wo Kleinbauern seit Jahren verdrängt werden, ist Irland noch von Familienbetrieben geprägt und in teilweise weltbekannte Kooperative vereint. Weidehaltung ist in Irland absoluter Standard. Riesige Indoor-Betriebe mit Melkkarussellen wie in Deutschland sucht man dort vergeblich.

Bio Milch vs. irische Weidemilch

Aber ist Bio nicht noch besser?
Die Bio-Verordnung zur Milchproduktion erfordert keinen Weidegang. Ein Außenbereich am Stall kann zur Biozertifizierung ausreichen, selbst wenn dieser auf Beton ist. Das ist die traurige Wahrheit.
Irische Kühe fressen das natürlichste, artgerechteste Futter: Gras. Dafür braucht es keine Bio-Zertifikate. Irische Bauern halten die Kühe auf der Weide dank des Vollweidesystems allein schon aus ökonomischen Gründen. Eine bessere Garantie für Weidemilch gibt es nicht.